Volkskrankheit Hypertonie – Neue Empfehlungen zur Blutdrucktherapie

Bluthochdruck ist eine sehr häufige und ernstzunehmende Erkrankung und führt unbehandelt zu einer Schädigung der Gefäße und gilt als Wegbereiter für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte. In Österreich ist jeder 4. Erwachsene von Bluthochdruck betroffen.

Warum ist ein zu hoher Blutdruck so gefährlich?
Hoher Blutdruck bewirkt mit der Zeit Verletzungen und chronische Entzündungen der Gefäßwände und als Folge werden diese unelastischer und es lagert sich dort Kalk ab.
Dadurch bedingt sich eine zunehmende schlechtere Durchblutung der Organe.

Um diese Folgeschäden zu vermeiden, wird von internationalen Gremien wie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) eine strenge Einstellung der Blutdruckwerte empfohlen.

Wie wird Bluthochdruck eingeteilt:
Optimal <120/80
Normal <129/84
Hochnormal <139/89
Grad I Hypertonie 140/90 – 159/99
Hypertonie Grad II 160/100-179/109
Hypertonie Grad III >180/>110

Ab wann soll hoher Blutdruck therapiert werden?
Je nach Begleiterkrankungen soll bereits ab einem hochnormalen Blutdruck (130/85-139/89) eine medikamentöse Therapie erfolgen, wenn eine vorangegangen Lebensstilmodifikation (Stressreduktion, mehr Bewegung, weniger Rauchen und Alkohol, auf ausreichend Schlaf achten…) keinen Erfolg brachte.

Diagnosestellung:
Wiederholte Messungen daheim: Zumindest 2 Messungen pro Tag sollten über 3-7 Tage in der häuslichen Umgebung erfolgen.

Oder: Die 24h-Blutdruckmessung:
Mit dieser Methode wird über 24-Stunden alle 30 Minuten automatisch der Blutdruck gemessen und gespeichert. Somit lässt sich ein genaues Blutdruckprofil des Patienten im Alltag erstellen. Die 24h-Blutdruckmessung ermöglicht unter anderem auch die Diagnose von erhöhten Werten während der Nacht. Diese sonst nicht diagnostizierte und auch nicht therapierte Hypertonie ist ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Auch die viel bekannte „Weißkittel-Hypertonie“ – ein fälschlich erhöhter Blutdruck durch Stress in der Ordination, kann hiermit ausgeschlossen werden.

Vorteile der 24h-Blutdruckmessung
• Erkennen vom „Weißkittel-Phänomen“
• Bessere Aussagekraft als einzelne Messungen
• Messungen während des Schlafs
• Messungen im Alltag (zuhause, im Büro, im Auto…)
• Ausreichend Messungen (>48 in 24h)

Sollten Sie glauben an Bluthochdruck zu leiden oder bereits wiederholt erhöhte Blutdruckwerte daheim gemessen haben (mit oder ohne medikamentöse Therapie), teilen Sie dies Ihrem Arzt/ ihrer Ärztin mit!

Im Ärztezentrum Sieghartskirchen bieten wir Ihnen eine umfassende Diagnostik (inkl. 24h-Blutdruckmessung, Herzultraschall, EKG und Labor) an.

Ihr,
Dr. Michael Sandhofer

Glühende Sommerhitze als Gesundheitsrisiko!

Pünktlich zum Ferienbeginn hat uns die Sommerhitze voll im Griff. Wiederkehrende Hitzewellen mit bis zu 40°C und darüber sind nun auch in Europa keine Seltenheit mehr. Und so sehr wir uns auch am Urlaubs-Feeling, lauen Sommernächten, Grillpartys und den Sprung in den nächsten kühlen Badeteich erfreuen, so belastend und auch gefährlich für den Organismus kann die Hitze sein.
Und das besonders Gefährliche: auch in den Nächten erfahren wir kaum an Abkühlung. Wien erlebte im Juni 2019 13 Tropennächte (die Temperatur sank auch in der Nacht nicht unter 20°C) und stellte damit den Rekord von 2003 ein.

Die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) hat bereits 2018 begonnen die statistische „Übersterblichkeit“ bedingt durch hohe Außentemperaturen zu monitieren. Durch statistische Modelle lässt sich berechnen, wie sehr die tatsächlichen Todesfälle über dem statistischen Durchschnittswert hitzebedingt liegen. Nach diesen Daten forderten hohe Temperaturen im Sommer 2018 766 Hitzetote.
Besonders anfällig sind ältere Menschen, kleine Kinder, Patient/Innen mit Herz-Kreislauferkrankungen, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Vorbeugung als wichtigster Faktor:
• Ausreichend Trinken: min. 2 Liter (als Erwachsener), am Besten sind Wasser, ungesüßte Kräuter-und Früchtetees (natürlich gekühlt!), Mineralwasser und verdünnte Säfte. Alkohol und Koffein meiden!
• Anstrengende Tätigkeiten meiden oder auf die kühlen Morgenstunden verschieben
• Sonnen-Creme nicht vergessen!
• Ventilatoren oder Klimaanlagen verwenden (aber Achtung: keine zu große Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen!)
• Lokal kühlende Maßnahmen: kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen, nasses Tuch in den Nacken, Arm-oder Sprunggelenke
• Leichte, helle, nicht einengende Baumwollkleidung tragen

Hilfemaßnahmen bei Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag:
1. Patienten in den Schatten bringen
2. Kühlen: kalte, feuchte Tücher auf Kopf, Handgelenke
3. Bei wachen Patienten: Wasser zum Trinken reichen
4. Bei starken Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen oder Bewusstlosigkeit Rettung (144) alarmieren

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erholsamen Sommer und Keep cool!

Ihr,
Dr. Michael Sandhofer
Ärztezentrum Sieghartskirchen – Die Praxis am Dach
www.diepraxisamdach.at

Weitere Links zum Nachlesen:
AGES: https://www.ages.at/…/informa…/hitze-mortalitaetsmonitoring/#

Kurier-Artikel: https://kurier.at/…/oberarzt-warnt-vor-hitzewelle…/400533430

Ein aktueller Review über die Folgen von Hitzewellen in Großbritannien: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5773858/…

Hot Topic: Eisenmangel- und seine Therapie

Eisenmangel- und Eisenmangelanämie sind häufige Erkrankungen. Je nach Alter und Geschlecht betreffen Sie bis zu 35% der Bevölkerung.

Die Ursachen dafür sind vielfältig:
• Verminderte Eisenaufnahme im Dünndarm (u.a. Gastritis, entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie)
• Chronische Blutungen (u.a. Magen-Darm- oder verstärkte Monatsblutung)
• vermehrter Eisenbedarf (zB Schwangerschaft)
• Verminderte Eisenzufuhr (ernährungsbedingt)

Anzeichen von Eisenmangel umfassen:
• Müdigkeit
• Leistungsminderung
• Kopfschmerzen
• Blässe
• Brüchige Haare und Nägel
• Atemnot
• Schwindel

Wie wird Eisenmangel diagnostiziert?
Hinweisend sind bereits die oben genannten Symptome sowie die klinische Untersuchung und dementsprechende Ernährungsgewohnheiten in der Anamnese.

Die definitive Diagnose erfolgt mittels Laboruntersuchung: hiermit können sowohl der Eisenmangel als auch die Eisenmangelanämie als Folgeerkrankung des Eisenmangels diagnostiziert werden.

Da Eisenmangel oft ein indirektes Anzeichen für andere, zugrunde liegende Krankheiten ist, sollten Patienten mit neu diagnostiziertem Eisenmangel weiter hinsichtlich Begleiterkrankungen untersucht und abgeklärt werden.

Wie wird Eisenmangel therapiert?
Die Wahl der Therapie richtet sich nach Ausprägung und Ursache des Eisenmangels.
Oft reichte eine orale (Eisentabletten)-Therapie über einige Wochen aus, um die Eisenspeicher wieder aufzufüllen
Bei bestimmten Erkrankungen: chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Zöliake u.A. ist die Eisenaufnahme im Darm jedoch gestört bzw. reduziert. In diesen Fällen empfiehlt sich die parenterale (venöse) Eisensubstitution mittels einer Infusionstherapie. Es genügt hier meistens eine Infusion um dem Organismus das notwendige, fehlende Eisen zuzuführen.

Vorteile der intravenösen Eisentherapie:
• Vermeidung der häufigen Nebenwirkungen bei oraler Therapie (Übelkeit, Bauchschmerzen…)
• Bessere Eisenaufnahme bei bestimmten Erkrankungen (siehe oben)

Mögliche Nebenwirkungen einer intravenösen Eisentherapie:
In sehr seltenen Fällen kann es zu allergischen, bis hin zu lebensbedrohlichen Reaktionen auf die Infusion kommen. Deswegen ist die strenge, richtige Indikationsstellung der Therapie sehr wichtig und die Verabreichung der Infusion muss unter ärztlicher Überwachung erfolgen.

Erfolgskontrolle der Therapie
Nach 3-4 Wochen erfolgt eine klinische sowie eine Laborkontrolle. Hier sollten die relevanten Blutwerte (Hämoglobin, Ferritin) dementsprechend angestiegen sein und noch wichtiger, die Symptome des Eisenmangels deutlich gebessert oder sogar behoben sein!

Im Ärztezentrum Sieghartskirchen bieten wir Ihnen eine umfangreiche Abklärung hinsichtlich Eisenmangel – und Eisenmangelanämie an. Sollte Sie den Verdacht haben, an einem Eisenmangel zu leiden, oder dieser bereits diagnostiziert sein, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.

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